Shuji Hijiya – Malerei, Zeichnung aus Japan

16.05.2026 – 21.06.2026

Eine west-östliche Entdeckung.
Im Gespräch mit Franz N. Kröger von der Kunsthalle Kühlungsborn zu Shuji Hijiya

Wie hast du persönlich Shuji Hijiya und seine Kunst entdeckt?

Tatsächlich durch einen persönlichen Kontext, durch einen befreundeten Pianisten nämlich, der familiäre Verbindungen zu ihm hatte. Leider ist Shuji Hijiya vor einem Jahr verstorben. Nachdem ich dann einige wenige Kunstwerke von ihm gesehen hatte, entschloss ich mich, eine Einzelausstellung zu veranstalten. Denn diese Bilder haben meiner Ansicht nach etwas außerordentlich Eigenständiges.

Worin besteht diese besondere Bildsprache?

Hijiya hat zum einen diese unglaublich prächtige Farbigkeit in seinen Arbeiten.
Ästhetisch gesehen ist er nicht von seinem ursprünglichen Heimatland Japan geprägt, sondern vom deutschen Expressionismus und verschiedenen anderen Strömungen. Auch das Leben in Berlin und Schleswig-Holstein stellt einen wesentlichen Einfluss in seinem künstlerischen Leben dar. Hinzu kommen Sujets wie die Malereien Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle, die er teilweise auch kopiert hat da. Das ergibt eine interessante Mixtur.

Und was ganz merkwürdig ist, was sozusagen eine etwas rätselhafte, etwas mystische Färbung hat: Vor 30 Jahren hörte Shuji Hijiya auf, in der Öffentlichkeit zu wirken. Es gab fortan keine Ausstellungen mehr – selbst die besten Freunde wussten nicht, dass er überhaupt noch malt. Aber genau das hat er getan und viel in seinem Atelier gearbeitet. Daraus sind hervorragende Arbeiten entstanden.

Weil er jedoch aus dem öffentlichen Leben verschwand, hat er sozusagen auch keinen Namen, der in der Kunstszene präsent wäre. Aber Hijiya ist eine echte Überraschung für alle möglichen Zustände. Und das ist etwas ausgesprochen Spannendes. Nach einer Galerieausstellung in Berlin bietet die Kunsthalle Kühlungsborn die erste größere Ausstellung zu diesem Schaffen.

Etwas, das mutmaßlich auch selten ist für einen Ausstellungskurator?

Das ist höchst selten. Das ist seltenst und passiert zu den Lebzeiten vieler Kuratoren wohl eigentlich gar nicht. Ein wirklich schönes, aufregendes Unterfangen, an dem wir hier teilhaben können.

Shuji Hijiya – Malerei, Zeichnung aus Japan
16.5. – 21.6.26

Shuji Hijiya (1942–2018) war ein japanischer Maler, der den größten Teil seines Lebens in Deutschland verbrachte. Nach Ausstellungen in den 70er Jahren zog er sich zurück, um fernab vom Kunstbetrieb weiterzuarbeiten. Viele Werke blieben bis zu seinem Tod ungesehen – Bilder, die erst jetzt, Jahrzehnte nach ihrer Entstehung, ans Licht kommen.

Der Künstler, 1942 im japanisch besetzten China geboren, studierte zunächst Soziologie in Tokio, bevor er nach Wien und Deutschland kam. In Ostholstein und Berlin fand er über Jahrzehnte hinweg zu einer eigenständigen, westlich geprägten Bildsprache. Zugleich blieb seine Malerei durchdrungen von einem fernöstlichen Empfinden für Leere, Zeit und Vergänglichkeit. Die Ausstellung lädt dazu ein, dieses Werk zu entdecken. Hijiya entwickelt in seinen Bildern eine Form von Stillleben der Seele: kein naturalistisches Abbild, sondern eine Verdichtung von Wahrnehmung und Erinnerung.
Ausstellungseröffnung am 16. Mai 2026

Der Kunstverein Kühlungsborn residiert in einer ehemaligen Lesehalle aus der Zeit um 1910. Ein Kunst-Tempel im Jugendstil, unmittelbar an der Ostsee gelegen und 2024 renoviert. In seinen Dimensionen ist der Bau klar, hell, großzügig und erhaben. Seit 1991 wird er als Kunsthalle sowie Konzerthaus genutzt – mit Meerblick direkt vor der Tür. Jährlich finden hier mehrere Ausstellungen und etwa 50 Konzerte in exklusivem Ambiente statt. Das Konzept des Vereins entwickelt sich in der Mischung aus regionalem sowie internationalem Anspruch.

Shuji Hijiya (1942–2018) war ein japanischer Maler, der den größten Teil seines Lebens in Deutschland verbrachte. Nach ersten Ausstellungen in den 1970er Jahren zog er sich aus dem Kunstbetrieb zurück, um in völliger Zurückgezogenheit weiterzuarbeiten. Viele seiner Werke blieben bis zu seinem Tod ungesehen – Bilder, die erst jetzt, Jahrzehnte nach ihrer Entstehung, ans Licht kommen.

Der Maler, 1942 im japanisch besetzten China geboren, studierte zunächst Soziologie in Tokio, bevor er nach Wien und später nach Deutschland kam. In Ostholstein und Berlin fand er über Jahrzehnte hinweg zu einer eigenständigen, westlich geprägten Bildsprache. Zugleich blieb seine Malerei durchdrungen von einem fernöstlichen Empfinden für Leere, Zeit und Vergänglichkeit.

Die Ausstellung lädt dazu ein, dieses Werk zu entdecken. Hijiya entwickelt in seinen Bildern eine Form von Stillleben der Seele: kein naturalistisches Abbild, sondern eine Verdichtung von Wahrnehmung und Erinnerung.