Shape Of My Guitar –

Von John Dowland bis Sting

In seinem aktuellen Programm spannt Jens Müller einen Bogen von faszinierenden Werken des Lautenisten John Dowland über virtuose Cembalosonaten Domenico Scarlattis bis zu Songs der Beatles und Sting in virtuosen Gitarren-Arrangements. Auch das traditionelle Repertoire der Gitarre ist mit spanischer Musik von Frederico Moreno-Torroba vertreten.

Als “English Orpheus” wurde der Lautenist John Dowland oft bezeichnet und seine kompositorische und instrumentale Meisterschaft war  herausragend für die Epoche der Renaissance. Er schrieb über hundert Kompositionen für die Laute, die ungemein vielfältig sind und von Tänzen und Lied-Bearbeitungen bis zu kunstvollen, kontrapunktischen Fantasien reichen.

Domenico Scarlatti stammt zwar aus Neapel, verbrachte jedoch ein Großteil seines Lebens auf der iberischen Halbinsel und verarbeitete Einflüsse der spanische Folklore in seinen unkonventionellen Sonaten für das Cembalo.

Eine Brücke zum Mutterland der Gitarre schlägt die dreisätzige Sonatina von Federico Moreno-Torroba. Bereits zeitgenössische Kritiker hielten sie für eines der wichtigsten Werke der spanischen Konzertliteratur angesichts des geschickten Verbindung von klassischer Form und folkloristischen Rhythmen und Meldodien.

Mit Arrangements berühmter Songs der Beatles beginnt der zweite Teil des Programms: Titel wie Blackbird, In My Life, Yesterday und Honey Pie sind allesamt Klassiker. Die Bearbeitungen stammen aus der Feder berühmter Gitarristen und Komponisten und vermitteln einen spannenden Eindruck von der kreativen Bandbreite der Liverpooler „Fab Four“.

Viele Songs des britischen Rockpoeten Sting, wie „Roxanne“ oder „Fragile“, sind mittlerweile Teil des „kollektiven musikalischen Gedächtnis“: 2010 präsentierte er auf seinem Album „Symphonicities“ eine Auswahl seiner Hits mit einer opulenten Begleitung durch ein Orchester. Diese aufwendigen und farbig instrumentierten Arrangements waren die Inspiration, Lieder wie „Shape Of My Heart“ oder „Englishman In New York“ zu bearbeiten. Ein durchaus reizvoller musikalischer Blickwinkel, da die klassische Konzertgitarre ebenfalls über reichhaltige und subtile Klangfarben verfügt.