Nelson Mandela und Kunst aus Afrika

Das Referat für politische Bildung des Innenministeriums führt eine groß angelegte Kampagne, um ein verzerrtes Afrikabild in der Öffentlichkeit mit Veranstaltungen und Ausstellungen positiv zu beeinflussen. Die Galerie Peter Herrmann Berlin wurde gebeten eine Ausarbeitung beizusteuern, mit der die Kunst dazu behilflich sein kann. Eine dieser Stationen ist das Ostseebad Kühlungsborn.

Die Ausstellung zeigt acht Künstler aus verschiedenen Ländern Afrikas, die mit unterschiedlichen Ausdrucksmitteln arbeiten und somit einen repräsentativen Überblick über aktuelle Strömungen bieten.

Sokari Douglas Camp. Nigeria. Skulpturen.
Chéri Samba. Kongo Kinshasa. Malerei.
Aboudramane. Elfenbeinküste. Skulpturen.
Kwesi Owusu-Ankomah. Ghana. Malerei.
Pascale Marthine Tayou. Kamerun. Installation, Collage.
Jürgen Schadeberg. Südafrika. Fotografie.
Nelson Mandela. Südafrika. Lithographien.
Nicole Guiraud. Algerien. Skulpturen.

International bekannte Stars wie Pascale Marthine Tayou aus Kamerun, der mit Installationen und konzeptuellen Arbeiten alle großen Museen der Welt bespielt, der gebürtige Berliner Jürgen Schadeberg aus Südafrika, der als der Grandseigneur der afrikanischen Fotografie bezeichnet werden kann und Cheri Samba aus der Republik Kongo, der mit seinem aus der Schildermalerei heraus entwickelten Malstil derzeit als der bekannteste Künstler Afrikas gilt, sowie Sokari Douglas Camp als bekannteste Künstlerin sind die personellen Highlights der Ausstellung.

Nelson Mandela aus Südafrika ist natürlich der bekannteste Name unter den Gezeigten. Dass er jedoch selbst künstlerisch wirkte, wissen nur wenige. Aus der Serie My Robben Island werden fünf seiner Lithografien in der Ausstellung zu sehen sein. My Robben Island ist der Originaltitel einer Serie von Kunstwerken des ehemaligen Präsidenten der Republik Süd-Afrika und Nobelpreisträgers Nelson Mandela. Die Robben Island-Motive wurde noch während seiner Haftzeit von Nelson Mandela mit Kohle gezeichnet und sparsam coloriert. Alle Motive sind Ansichten, die er sowohl symbolisch als auch emotional für wichtig erachtet und seine Zeit der Einkerkerung spiegelt.

Ebenfalls auf internationalem Niveau stehen die folgenden drei Künstler, die sich in den letzten Jahre in ständig wachsender Wahrnehmung Spitzenpositionen in Biennalen und Museen sicherten. Aboudramane aus der Elfenbeinküste wurde bekannt mit architektonischen Maquettes und stelenartigen Totems, der in Deutschland lebende Kwesi Owusu-Ankomah aus Ghana, der in seiner Malerei mit Adinkrasymbolen ein Spiel zwischen zwei- und dreidimensionaler Wahrnehmung bietet und Nicole Guiraud aus Algerien, deren Welt im Einmachglas Themen wie Exil, Einsamkeit und Politik mit stark autobiografischen Zügen beinhaltet, beschreiben mit einer jeweils sehr persönlich geprägten Kunstsprache Situationen, die beeinflusst sind vom Leben in zwei Kulturen.

Teilweise leben die Künstler in den großen Kunstzentren Europas, teilweise in ihren jeweiligen Herkunftsländern. Je zur Hälfte sind die Ausgestellten akademisch ausgebildet und Autodidakten.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 12:00 – 17:00 Uhr.